Wenn Komplexität Relevanz verhindert
2021 veröffentlichte das Institut eine umfassende Studie über Kipppunkte im Atlantik. Nur sechs Medien berichteten, die meisten reduzierten 160 Seiten Forschung auf einen Absatz. Die verbreitete Annahme: Gute Wissenschaft findet automatisch ihr Publikum.
Daten als Erzählungen strukturieren
Pressesprecher Henrik Wolter entwickelte ein Modell, das jeden Datensatz in fünf journalistische Fragestellungen zerlegte: Was ändert sich konkret, wen betrifft es wann, welche Entscheidungen stehen an, was bedeutet Nichtstun, welche Handlungsoptionen existieren. Zusätzlich entstanden Regionalversionen mit lokalisierten Daten für Bundesländer.
Von Fachpublikation zu gesellschaftlicher Debatte
Die nächste Veröffentlichung im September 2022 erreichte 143 Medien. Regionalzeitungen griffen erstmals Klimaforschung auf, weil sie spezifische Bezüge zu ihren Lesern herstellen konnten. Das Budget für Wissenschaftskommunikation blieb konstant bei 90.000 Euro jährlich.
Wolters zentrale Erkenntnis: Journalisten suchen nicht nach Rohdaten, sondern nach Geschichten über Menschen und Konsequenzen. Die Übersetzungsarbeit muss innerhalb der Forschungseinrichtung geschehen, nicht in den Redaktionen.