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Wissenschaftsjournalismus mit Tiefgang

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Pharmakonzern verliert 40 Millionen durch fehlerhafte Wissenschaftskommunikation

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2025 12 02
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Fallstudie
Wissenschaftsjournalismus

Wenn Fachsprache auf Massenmedien trifft

Das Hamburger Unternehmen Bionova veröffentlichte 2022 vielversprechende Phase-III-Daten zu einem Diabetes-Medikament. Innerhalb von 48 Stunden berichteten überregionale Medien von angeblichen Nebenwirkungen, die in den Originaldaten nicht existierten. Der Mythos: Wissenschaftliche Fakten sprechen für sich, Journalisten werden schon richtig berichten.

Strukturierte Kommunikationsstrategie statt Hoffnung

Bionova engagierte die Agentur MedComm Berlin, die ein dreistufiges Verfahren implementierte. Presseunterlagen wurden in drei Komplexitätsstufen aufbereitet: Kernergebnisse für Tageszeitungen, detaillierte Hintergründe für Fachmedien, technische Dokumentation für Wissenschaftsjournalisten. Parallel schulten Experten das Forschungsteam in journalistischen Denkmustern.

Kontrollierte Narrative statt Schadensbegrenzung

Bei der nächsten Studienpublikation im März 2023 erreichte die Berichterstattung 89 Prozent faktische Genauigkeit gegenüber 34 Prozent beim ersten Versuch. Die Markteinführung erfolgte planmäßig. Der Aktienkurs stieg um 18 Prozent statt wie zuvor um 12 Prozent zu fallen.

Entscheidend war die Erkenntnis von Kommunikationsleiterin Kathrin Bergfeld: Journalisten arbeiten unter Zeitdruck und benötigen vorgefilterte Information. Wer komplexe Sachverhalte nicht selbst übersetzt, überlässt die Interpretation dem Zufall.

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