Wenn Exzellenz im regionalen Vakuum verschwindet
2020 rankte die Friedrich-Schiller-Universität in Forschungsrankings weit vorne, erhielt aber kaum überregionale Aufmerksamkeit. Pressearbeit beschränkte sich auf anlassbezogene Meldungen. Die Annahme: Relevante Forschung wird von selbst entdeckt.
Regionale Verankerung als Hebel für nationale Sichtbarkeit
Kommunikationschef Lennart Fassbender entwickelte ein Konzept, das gezielt Lokalmedien als Multiplikatoren nutzte. Monatliche Hintergrundgespräche mit Thüringer Redaktionen, Regionalversionen von Forschungsmeldungen mit konkretem Bezug zu Thüringen, Vermittlung von Wissenschaftlern als Experten für regionale Themen. Jede Geschichte erhielt drei Fassungen: lokal, regional, überregional.
Von regionaler Präsenz zu nationaler Wahrnehmung
Innerhalb von 18 Monaten verfünffachte sich die Medienpräsenz. Überregionale Redaktionen übernahmen zunehmend Geschichten, die zuerst lokal erschienen. Die gesteigerte Sichtbarkeit führte zu Kooperationsanfragen von Industriepartnern und höheren Bewilligungsquoten bei Drittmittelanträgen.
Fassbenders entscheidende Beobachtung: Nationale Medien recherchieren oft in Regionalzeitungen. Wer dort kontinuierlich präsent ist und relevante Themen besetzt, wird als Quelle wahrgenommen. Der Weg zu überregionaler Sichtbarkeit beginnt im lokalen Raum.